Bandscheibenvorfall der Lendenwirbelsäule

 

Cochrane Review "low back pain", 1999,
Dr. med. Oliver Bartholomä, Dr. med. Vera Wittenberg :

Künstliche Bandscheibe

Der künstlichen Bandscheibenersatz ist keine Alternative zur konventionellen Nukleotomie, die nach wie vor den Standard darstellt. Die Implantate werden zur Zeit nur im Rahmen von kontrollierten Studien eingesetzt. Die alte Bandscheibe muss zuvor entfernt werden. Das Ziel der Behandlung ist es, durch den künstlichen Puffer den normalen Aufbau der Wirbelsäule wieder herzustellen, so dass die normale Beweglichkeit erhalten bleibt und eine Fehlbelastung im Anschluss an die Operation geringer ausfällt.

Die Idee der künstlichen Bandscheibe ist über 40 Jahre alt. Seither wurden unterschiedliche Konzepte vorgestellt. Durch die Entwicklung neuerer Kunststoffe erlebt dieses Thema zur Zeit eine Renaissance. Unterschieden werden Implantate zum Ersatz der gesamten Bandscheibe von solchen zum Ersatz des Gallertkernes. Die bislang vorliegenden Ergebnisse lassen keine allgemeine Therapieempfehlung zu. Ergebnisse dieser Studien, insbesondere Langzeitergebnisse, liegen zur Zeit noch nicht vor.