Bandscheibenvorfall der Lendenwirbelsäule

 

Cochrane Review "low back pain", 1999,
Dr. med. Oliver Bartholomä, Dr. med. Vera Wittenberg :

Nachbehandlung

Wichtig für die Nachbehandlung aller Operationsverfahren ist die bereits vor der Operation stattfindende Einübung bestimmter notwendiger Bewegungsabläufe (z. B. ins oder aus dem Bett steigen), des rückenschonenden Verhaltens und ggf. auch die Versorgung mit Hilfsmitteln (z. B. Sitzkeil, Lordosekissen, elastisches Mieder). Wichtig ist die möglichst frühe Mobilisation, also die Wiederaufnahme körperlicher Aktivität.

Tiefes Sitzen und Bücken sollte jedoch für mindestens sechs Wochen, das Tragen schwerer Lasten bis zur zwölften Woche nach der Operation vermieden werden. Unmittelbar nach dem Eingriff sind höchstens zwei Kilogramm erlaubt, dann kann je nach muskulärer Kräftigung (je stärker die Bauch- und Rückenmuskulatur, desto geringer der Druck in der Bandscheibe) eine Steigerung der Belastung auf 10 bis 20 Kilogramm erfolgen, und ab der zwölften Woche nach der Operation darf bei guter Kraft und Kraftausdauer die Belastung freigegeben werden.

Je größer der Verlust an Knochensubstanz durch die Operation, desto wichtiger ist in der Nachbehandlung das Erreichen einer guten muskulären Stabilität. Zeitlebens ist ein rückenschonendes Verhalten in Beruf und Freizeit notwendig. Deswegen sollten Überlegungen z. B. zur Arbeitsplatzanpassung oder die Einleitung berufsfördernder Maßnahmen über das Arbeitsamt oder die Berufsgenossenschaft erfolgen.